Kunstbrut Anleitung

Küken mit dem Brutautomaten ausbrüten

Wenn die Glucke nicht mehr will muss der Brutautomat einspringen


Im Frühjahr war es wieder soweit. Unsere Henne, das Goldfederchen, hat wieder begonnen zu glucken und ist nicht mehr von ihrem Ei gewichen. Nach erfolgreicher Brut im letzten Jahr hatte ich vollstes Vertrauen in unsere gute Henne, denn sie hat sich super um ihre Eier und später um ihre Küken gekümmert. Dazu gibt es auch einen Artikel, über die Naturbrut. In diesem Jahr hat sie es sich jedoch nach dem Separieren noch einmal anders überlegt und einfach aufgehort zu glucken und ihr Ei ignoriert. In der Zwischenzeit hatte ich von einem Züchter breits Bruteier bestellt und musste nun dringend nach einer alternativen Möglichkeit die Eier auszubrüten suchen. Natürlich kommt man da schnell auf die Brutmaschine, die ich mir dann gekauft habe.


Bruteier

Bruteier sind befruchtete Eier, die man bei Hühnerzüchtern oder Hobbyzüchtern erhält. Man kann natürlich auch seine eigenen Eier, insofern man einen Hahn besitzt, ausbrüten. Optimal ist die Befruchtungsrate meist dann, wenn auf einen Hahn nur maximal fünf Hennen gehalten werden.

In unsere Gengend gibt es kaum Hühnerzüchter weswegen ich meine Eier gern bestelle und mich durch verschiedene Hühnerrassen durch probiere. So ist z.B. eine Adresse für Bruteier:

Lagerung der Bruteier

Wenn man selbst ersteinmal einige Eier sammeln möchte oder aber noch auf ein zweites Packet Bruteier wartet, so müssen die Eier ersteinmal gelagert werden. Man sollte die Bruteier nicht zu lange lagern, 14 Tage Lagerung sollten die Eier nicht überschreiten. Außerdem sollte man auf die Lagertemperatur zwischen 8 und 15°C achten. Natürlich dürfen die Eier keiner Sonnenstrahlung ausgesetzt werden und es sollte eine Luftfeuchtigkeit von 75% vorherrschen ansonsten kann es zu einer verminderten Schlupfrate kommen.

Außerdem müssen die Eier mindestens einmal am Tag im liegenden Zustand gedreht werden um ein Verkleben des Dotters an der Schalenhaut zu verhindern.

Brutanleitung

Vor dem Bebrüten der Eier müssen sie 24-48 Stunden ruhen wenn sie versendet wurden. Dabei sollten sie ein bis zweimal täglich gewendet werden. Nun können sie in den Brutautomaten.

Brutautomat

Es gibt natürlich sehr viele verschiedene Brutmaschinen auf dem Markt. Wobei z.B. das Eierfassungsvermögen eine Rolle spielt und ob der Automat vollautomatisch oder nur teilautomatisch funktioniert und man das Wenden selbst übernehmen muss.

Ich habe mich für einen kleineren vollautomatischen Brutautomaten mit einem Fassungsvermögen von 20 Eiern entschieden mit dem ich sehr zufrieden bin.

 

Bruttemperatur und Luftfeuchtigkeit

Die Bruteier werden nun in den Brutautomaten hineingelegt wobei nun die Bruttemperatur und Luftfeuchtigkeit eine bedeutende Rolle beim Bebrüten spielen.

Die Bruttemperatur sollte zwischen 37,5°C und 38°C liegen und ziemlich konstant eingehalten werden. Einmal am Tag kann für einige Minuten gelüftet werden. Die Henne verlässt während der Brut normalerweise auch einmal am Tag das Nest zur Futteraufnahme, für einige Minuten.

2 Tage vor dem Schlupf kann die Temperatur um 0,2°C gesenkt werden, da das Küken nun schon Eigenwärme produziert.

Die Luftfeuchtigkeit sollte während der ersten 20 Tage um die 40-60% betragen. Das garantiert, dass das Küken sich gut im Ei entwickelt und nicht beim Schlupf feststecken bleibt. Einen Tag vor dem Schlupf sollte man die Luftfeuchtigkeit auf ca. 70% erhöhen.

Das Wenden der Eier

Wer einen vollautomatischen Brüter besitzt braucht nicht jeden Tag an das Wenden der Eier zu denken. Die Eiere solleten mindestens 4 mal täglich gewendet werden, damit das Küken nicht an einer Seite des Eis verklebt.


Video zum Thema Kunstbrut


Küken versorgen in den ersten Tagen nach dem Schlupf

Benötigte Materialien:

 

  • Kleintierstall/-käfig für die Aufzucht
  • Einstreu mit möglichst groben Hobelspähnen, die die Küken nicht verschlucken können / alternativ in den ersten Tagen mit Zellstoff oder Pappe auslegen
  • Kükenstarterfutter (Rezept für hausgemachtes Kükenfutter siehe unten)
  • Künstliche Glucke Wärmeplatte / oder Wärmelampe
  • Kükentränke für den Wasserbedarf

Nachdem die Küken im Brutautomat getrocknet sind, was schon eine Weile dauern kann, bis zu 12 Stunden, entnehme ich sie und setze sie in den vorbereiteten Kükenstall.

Als Einstreu für den Stall nutze ich grobe Hobelspähne. Außerdem dürfen natürlich frisches Wasser, das gern mit ein paar Spritzern Apfelessig , als Immunbooster, versehen werden kann und ein Futtertrog mit speziellem Kükenaufzuchtsfutter. Die Kleinen benötigen in den ersten ein bis zwei Tagen kein Futter, denn dann zehren sie noch vom Dottersack aber ich packe trotzdem schon immer was mit rein zum Erkunden. Außerdem darf die Wärmeplatte oder eine Rotlichtlampe nicht fehlen. Die Wärmeplatte muss der Größe der Küken und ihrem Bedürfnis nach Wärme angepasst werden.

Das war sie, unsere erste Kunstbrut. Nach ca. 5-6 Wochen, sobald sie Federn haben und sich selbst wärmen können,  kommen die Kleinen bei uns raus in den Hühnertraktor. Wir brüten immer erst recht spät im Jahr, damit wir nicht noch zusätzliche Wärmequellen für die Kleinen brauchen. So kommen sie im Mai/Juni raus wenn die Nächte auch nicht mehr so kalt sind. Wenn man eher im Jahr brüten möchte brauchen die Küken schon noch recht lang eine Wärmequelle. Später so mit 3 Monaten vergesellschafte ich sie langsam mit meinen großen Hühnern.


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