5 Tipps für die Jungpflanzenanzucht

Jungpflanzen vorziehen auf der Fensterbank


Jedes Jahr ist es wieder soweit. Im späten Winter und zeitigem Frühjahr  beginnt die Jungpflanzenvoranzucht auf der Fensterbank im Haus. Wer schöne, kräftige, gesunde und starke Jungpflanzen für den Garten selber ziehen möchte der sollte Einiges beachten. Besonders für Anfänger ist es manchmal schwer gleich die richtigen Maßnahmen zu treffen. Deswegen möchte ich euch hier meine wichtigsten Erfahrungen und Tipps für die Pflanzenvoranzucht mitteilen, die euch hoffentlich helfen selbst tätig zu werden und eure eigenen Pflänzchen vorzuziehen.

Nachdem ihr eure Aussaaterde in eure Anzuchttöpfchen gefüllt habt ist es nun Zeit eure Samen in der mageren Erde zu verteilen. Wie man Anzuchterde selber herstellen kann, das beschreibe ich in diesem Artikel über Anzuchterde. Die Anzuchterde sollte immer sehr mager (also nährstoffarm) sein damit sich der Wurzelballen der Pflanzen besser entwickeln kann und diese eine bessere Standfestigkeit bekommt. Zur Aussaat in Schalen findet ihr hier einen nützlichen Artikel.

1. Tipp

Der richtige Aussaatzeitpunkt

Um den richtigen Zeitpunkt der Aussaat streiten sich die Geister. Wer das richtige Zubehör hat, wie beheizbare Räume, Pflanzenlampen usw. der kann natürlich bereits im Januar mit der Aussaat von Salat, Kohl, Physalis und Paprika beginnen. Jedoch ist das kein Muss und es genügt Ende Februar bis Mitte März mit den ersten Anzuchten zu beginnen. Im Folgenden stelle ich euch meine Anzuchtzeiträume für die verschiedenen Kulturen vor:

Zeiträume

 

Mitte - Ende Februar


März


April

Pflanzenkulturen

Salat

Paprika / Chili

Knollensellerie

Physalis

Saubohnen

Zwiebeln


Kohl (Brokkoli, Blumenkohl, Kohlrabi)

Tomaten

Mangold / Rote Beete


alle Kürbisgewächse (Zucchini, Gurke, Melone, Kürbisse)

Sommerblumen

Rotkohl, Weißkohl, Rosenkohl, Grünkohl, Palmkohl

Kräuter


Ein toller Tipp auch für Anfänger ist "Der Kleine Aussaatkalender" nach dem Mond. Dort stehen die allerbesten Zeiten und Daten für die einzelnen Aussaaten genau drinnen und man kann damit die gesamten Anzuchten planen. Auch andere Gartenarbeiten und die Direktaussaat ins Beet werden darin genau datiert.

Andere Kulturen wie Möhren, Stangenbohnen, Spinat ... werden bei mir ab April direkt ins Beet gesät und sind deswegen hier nicht mit aufgezeigt.

2. Tipp

Die unterschiedliche Keimtemperatur der Pflänzchen beachten

Jede Pflanze hat ihre eigene Keimtemperatur. So kann man generell sagen, dass Chilis und Paprika sowie auch Tomaten und natürlich alle Kürbisgewächse wie Zucchini, Melone und Gurke sehr wärmeliebende Pflanzen sind und deswegen eine gut angewärmte Erde benötigen um zu keimen. Im Handel gibt es spezielle Wärmematten, die unter die Anzuchtplatten gestellt werden und so immer für eine gute, warme Keimtemperatur sorgen. Man kann sich aber auch ganz einfach damit behelfen ein Brett auf die Heizung zu stellen worauf die Töpfchen platziert werden. Dann muss man lediglich darauf achten, dass die Erde nicht austrocknet und die Heizung nur auf Medium oder Schwach gestellt ist. Nach dem Keimen der Samen werden diese dann auf das Fensterbrett oder unter eine andere Lichtquelle wie ein Grow Light gestellt.

3. Tipp

Das richtige Licht für die Jungpflanzen

Nach der Keimung der Pflänzchen sollten diese sofort einer guten Lichtquelle ausgesetzt werden. Dazu eignet sich eine nach Süden ausgerichtete Fensterbank oder ein künstliches Pflanzenlicht, welches man heute schon relativ preiswert in Form von LED Grow Light Panels käuflich erwerben kann.

Video 5 Tipps zur Jungpflanzenanzucht

4. Tipp

Die Pflege der Jungpflanzen

Die Jungpflanzen sollten mindestens einmal am Tag eure Aufmerksamkeit erhalten. Sie dürfen nicht austrocknen aber auch nicht zu nass stehen und womöglich noch kalte Füße bekommen.

  • Schimmelbildung

Schimmel entsteht immer dann, wenn die Pflanzen zu nass und zu kalt stehen. Sobald ihr Schimmel auf dem Töpfchen bemerkt so muss das Töpfchen an die Heizung und immer ins Licht. Der Schimmel sollte entfernt werden und darauf geachtet werden, dass immer genug Wärme vorhanden ist und die Erde mäßig feucht gehalten wird.

  • Vergeilung der Jungpflanzen

Wenn die Pflänzchen zu schnell, zu hoch wachsen so fehlt ihnen Licht und sie stehen zu warm. Wärme führt zu schnellerem Wachstum und Lichtmangel führt dazu, dass die Pflänzchen zu stark auf der Suche nach Licht ins Licht hineinwachsen. Abhilfe kann eine kühlere, hellere Fensterbank schaffen oder ein unbeheizter Kellerraum mit Pflanzenlicht Beleuchtung. ( Siehe im Folgenden die Jungpflanzenanzuchtatation)

  • Pikieren der Jungpflanzen

Über das Vereinzeln und Umtopfen der Jungpflanzen habe ich schon einmal einen separaten Artikel geschrieben den ihr hier findet. Dabei ist es wichtig abzuwarten bis nach den zwei Keim- oder Herzblättern der Pflanze das dritte Blatt erscheint. Jetzt sind die Pflänzchen bereit umgetopft zu werden. Dabei sollte nicht am Stängel sondern immer am Blatt angefasst werden um diesen nicht zu verletzen. Beim Pikieren von z.B. Tomaten kann der ganze Stängel mit in die Erde gesetzt werden, da dieser ebenfalls in der lage ist Wurzeln zu bilden und das die Pflanze kräftigt.

5. Tipp

Jungpflanzenanzuchtstation und Gewächshaus

Unsere kleine Jungpflanzenanzuchtstation ist ganz einfach gebaut. Wir haben ein kleines Regalsystem im Keller installiert worüber zwei LED Grow Lights also Pflanzenlampen angebracht sind. Dort stellen wir Pflanzen wie Kohl, Salat, Saubohnen und Zwiebeln unter. Da wir den Keller nicht beheizen können stehen dort nur die kälteresistenten Pflanzen. Die Chilis, Paprika und Tomaten finden bis Mitte April auf der Fensterbank Platz. Mitte April, mit der Aussaat der Kürbisgewächse ziehen die Jungpflanzen dann alle in unser Gewächshaus um. Bis sie Mitte Mai ausgepflanzt werden.

  • Ab wann können die Jungpflanzen ins Gewächshaus umziehen?

 

Das kälteresistente Gemüse, dass auch schon mal Temperaturen unter 5 °C gut wegsteckt wie:

  • Kohl
  • Salate
  • Zwiebeln
  • Sellerie
  • Kräuter wie Schnittlauch, Petersilie, Dill, Kamille
  • Mangold u.a.

kann bereits Mitte / Ende März ins Gewächshaus umziehen wenn es das Wetter zulässt und es keinen Nachtfrost mehr gibt.

Bei Nachtfrost von bis zu -3 - -4°C kann ein übergeworfenes Vlies, eine Kerze oder ein heißer, frisch aufgesetzter Komposthaufen im Gewächshaus helfen die Pflanzen zu schützen.

 

Wärmeliebende Pflanzen wie:

  • Tomaten
  • Paprika / Chili
  • Zucchini / Kürbis/ Melone / Gurke
  • Physalis

stelle ich erst Mitte April ins Gewächshaus, da es bei uns sehr kalt ist. Wer ein kleines Gewächshaus in der Stadt oder in gut geschützter, sonniger Lage besitzt, kann das auch schon eher tun, sollte diesie Pflanzen aber bei unter 5°C in der Nacht wieder rein holen.

 


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