Schafwolle als Dünger im Garten

Ökologisch Düngen mit Wolle


Ein wärmendes, weiches Bett aus Schafwolle für die Kartoffeln, warme Füße für die Tomaten und die Paprika, eine warme Decke für eure frisch gepflanzten Obstbäume und Beerensträucher. Das klingt doch super, oder? Ja, wir haben es ausprobiert und sind vollkommen überzeugt von der Schafwolle als Dünger im biologischen Garten.

Schafwolle ist ein wichtiger nachwachsender Rohstoff, der vorallem wegen seiner guten Thermoregulationseigenschaften in der Textilindustrie und auch als Dämmmaterial verwendet wird. Wer kennt nicht den schönen, warmen Schafwollpulli oder die wärmenden Socken aus echter Schafwolle. Ich liebe meinen gefilzten Schafwollmantel und meine Filzweste, die mich jeden Winter wärmen. Auch filze ich selbst gern und liebe einfach das Material Wolle an sich.

Leider hat die Rohwolle in den letzten Jahren stark an Marktwert verloren, sodass die Schafbauern und Schäfer ihre Wolle nicht mehr gut an den Mann bekommen. Alternative Wege in der Wollverarbeitung müssen beschritten werden und so werden mittlerweile auch Wolldünger Pellets aus Schafwolle industriell hergestellt. Diese gibt es in Form von Pellets fertig als biologischen Langzeitdünger zu kaufen.

Schafwolle als Dünger im Garten
Ungewaschene Schafwolle als ökologischer Dünger im Garten

Düngeeigenschaften von Schafwolle

Tatsächlich hat die Schafwolle als Dünger eine ähnliche Wirkung und Zusammensetzung wie Hornspäne. Sie wirkt als Langzeitdünger im Boden da sie sich nur langsam zersetzt und ihre Nährstoffe abgibt. Die Schafwolle hat außerdem einen ziemlich hohen Stickstoffgehalt von ca. 10 bis 12 % und enthält ebenfalls Phosphor und Kalium. Sie eignet sich deshalb besonders für Starkzehrer.

Ein weiterer Vorteil der Schafwolle als Dünger ist die Feuchtigkeitsspeicherung. Wolle ist in der Lage ein Vielfaches ihres Eigengewichts an Wasser aufzunehmen und wirkt dann ähnlich eines Schwamms der langsam das Wasser auch in Trockenperioden an den Boden abgibt.

Durch die Struktur der Wolle und den langsamen Zersetzungsprozess sorgt sie auch für eine gute Bodenlockerung und Bodenstruktur.

 

Welche Pflanzen kann ich mit Schafwolle düngen?

Im Grunde könnt ihr alle Pflanzen mit Schafwolle düngen. Angefangen bei euren Zimmerpflanzen bis hin zu den Starkzehrern im Garten. Besonders gern mögen Kartoffeln und Tomaten den Schafwolldünger. Ihr könnt aber auch eine Baumscheibe aus Schafwolle für eure Obstbäume und Beerensträucher auslegen oder ihr packt eine Hand voll Schafwolle beim Pflanzen ins Pflanzloch mit rein. Die Wolle hält dann den Boden schön feucht und lockert ihn auf.

Video Anleitung zum Düngen mit Schafwolle

Woher bekommt man Schafwolle oder Schafwollpellets?

Wie ihr vielleicht im Video gesehen habt, haben wir unsere Schafwolle von einem Schäfer- Naturlandbetrieb aus unserer Nähe. Dort werden die Schafe hauptsächlich zur Landschaftspflege und zur Fleischproduktion eingesetzt. Die Wolle - vorallem die verschmutzte Wolle der Beine und Bauchseite der Tiere findet kaum Verwendung und wird in solchen Betrieben sehr günstig oder sogar kostenlos angeboten. Auch Rauwolle, die sich schlecht in der Textilindustrie verarbeiten lässt ist im Rohzustand sehr preiswert von Schäfern zu erwerben. Oftmals sind die Schäfer sogar dankbar das die Wolle noch einem guten Zweck dient und nicht einfach entsorgt werden muss.

Ungewaschene Schafwolle als Dünger hat auch noch den Vorteil, dass teilweise noch Schafsmist oder andere Pflanzenbestandteile mit an der Wolle haften was zusätzlicher Dünger für die Pflanzen ist.

Schafwollpellets gibt es im Internet zu bestellen (siehe im Folgenden Meine Empfehlungen) oder in Gartenfachmärkten zu kaufen. Die ursprüngliche Idee für diese Pellets hatte eine Firma (Flora Pell) aus Brandenburg. Sie vermarkten ihre Artikel gemeinsam mit einem Schäfer aus dieser Region und betreiben auch einen Onlineshop.

Düngen mit roher ungewaschener Schafwolle

Zum Düngen mit roher Schafwolle legt man z.B. die Kartoffeln einfach in ein Nestchen aus Wolle und legt die Kartoffeln mit der Wolle wie gewohnt in die Saatrille oder steckt die Kartoffeln mit der Wolle in die Erde.

Bei Tomaten und anderen Starkzehreren legt man die Wolle an den Wurzelballen. Man kann die Wolle aber auch genauso als Mulch nach der Pflanzung um den Stengel der Pflanze legen.

Fazit zum Düngen mit Wolle

Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Wolldünger gemacht und können ihn als super ökologischen Dünger sehr gut weiterempfehlen. Wir düngen damit unsere Tomaten, Partoffeln, Paprika und wir legen auch die ein oder andere Baumscheibe für neu gepflanzte Obstbäume damit aus.

Ich hoffe ich konnte euch mit diesem Artikel auch inspirieren den Wolldünger einmal auszuprobieren und freue mich darauf wenn auch ihr mir schreibt ob und wie ihr ihn verwendet.


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Kommentare: 8
  • #8

    Anja vonAnjas-GartenReich (Samstag, 22 Juni 2019 22:05)

    @Elisabeth
    KLar, man kann die Wolle einfach in oder sogar auf die Erde als Mulchschicht legen. Man kann sie auch als Baumscheibe um einen Baum herum legen. Schneller wird sie aber zersetzt wenn sie im Boden ist und wirkt dort als Langzeitdünger übers Jahr. Ich verwende nur Rohwolle. Wäre sicher toll, wenn dein Schäfer die Wolle als Dünger auf dem Markt verkaufen könnte ... Man kann die WOlle auch verkompostieren und so wird sie auch wieder zu Dünger. Wolle ist so ein wertvolles Naturprodukt. LG und viel Erfolg

  • #7

    Elisabeth (Freitag, 21 Juni 2019 19:53)

    Hallo, ich habe es bei Tomaten, Rote Beete, Zucchini, Gurken, Basilikum und Auberginen ausprobiert und echt gut. Hat jemand auch Erfahrung mit gefilzter Schafwolle oder einfach in die Erde gelegt. Ich frage, weil ich unseren Schäfer gerne unterstützen würde, dass er seine Schafswolle verkaufen könnte für den Garten. Wir wohnen im Süden Portugals und diese spezielle Schafsrasse hat eine sehr grobe Wolle, die sich nicht zum Stricken eignet und so hat er grosse Schwierigkeiten, seine Schafswolle zu verkaufen. Aber im Garten ist sie toll

  • #6

    Anja von Bio-GartenReich (Mittwoch, 15 Mai 2019 10:34)

    @Heidrun Kreßner
    Ja, das stimmt schon - aber im Garten wird die Wolle ja direkt eingegraben und direkt mit Wasser gewässert und im ersten Moment hält das Lanolin die Nässe auch ab doch durch das Bodenleben wird die Wolle mehr und mehr zersetzt und entfaltet im Boden dann ihre düngenden und wasserspeichernden Eigenschaften im Zusammenhang mit den Organismen im Boden die die WOlle und das Lanolin verstoffwechseln. Deshalb ist Wolle auch eher ein Langzeitdünger weil sie nicht sofort wirkt sondern die Organismen erst ihre Arbeit tun müssen und das dauert bis zu einem Jahr oder länger bis die Wolle vollkommen Teil des Bodens geworden ist.

  • #5

    Heidrun Kreßner (Donnerstag, 09 Mai 2019 15:32)

    Hallo, ich bin sehr angetan von dem Schafwolldünger. Was mir allerdings nicht einleuchten: Schafwolle wird zur Dämmung verwendet. Soll also auch Wasser abhalten.
    Beim Dünger heißt es aber, dass er Wasser speichert. Lanolin hält Aber dich Feuchtigkeit ab?!
    Vielleicht haben Sie eine Antwort auf meine Frage, herzlichen Dank dafür.
    Viele Grüße

  • #4

    Brane (Donnerstag, 28 März 2019 20:47)

    Ihr Lieben, eine kleine Korrektur. :)
    Wolle hat zwar einen PH Wert von 8.8 aber bei der Zersetzung wird aller Wahrscheinlichkeit kein Einfluss zu messen sein, sagte mir mal ein Chemiker.
    Außerdem habe ich doch vielleicht einen negativen Effekt bei den Apfelbäumen bemerkt. Die Gelbhalsmaus hat, wahrscheinlich durch den Mulch begünstigt, den Baum unterhöhlt. Der wackelt nun wie ein Kuhschwanz. Anderseits ist bekannt, dass diese Mäuse das auch ohne Wolle tun.
    :(
    Es überwiegen für mich die vielen Vorteile. :)
    LG

  • #3

    Spanjak (Montag, 11 März 2019 07:43)

    Hallo, liebe Gartenfreunde,
    Vielen Dank an Biogartenreich und Brane. Ihre Kommentare sind ehrlich, sehr nützlich und werden meinen Tun im Garten revolutionisieren. Habe bis jetzt keine Erfahrungen mit Wolle gehabt, dieses Jahr probiere ich, da ich die Wolle habe und das Ganze sehr natürlich und verblüffend einfach und vielseitig nützlich finde. Liebe Grüsse aus Mecklenburg !

  • #2

    Anja von Bio-GartenReich (Mittwoch, 30 Januar 2019 20:02)

    @Brane
    Herzlichen Dank für die guten Tipps :)

  • #1

    Brane (Montag, 28 Januar 2019 22:07)

    Hallo ihr Lieben,

    ich habe ebenfalls rohe Wolle großflächig verwendet. Kartoffeln, Tomaten, Beerensträucher, Paprika, Auberginen, (Mais, Bohnen, Kürbis (Indianerbeet)), Himbeeren, diverse Obstbäume Rote Beete, Mangold, Sellerie , Salat, Wassermelonen nun noch Grünkohl, Rosenkohl hab ich mit der Wolle gemulcht zusätzlich und auch die Wolle in den Boden eingearbeitet. Die Vorteile waren weniger gießen, mehr Licht durch Sonnenreflexion, kein weiteres Düngen. Die Nachteile: deutlich mehr Schnecken unter und an der Wolle. Schnecken meiden definitiv keine Wolle, jedoch gab es keine Mäusegänge unter der Wolllage. also noch ein Vorteil. Weiterer Nachteil bei mir: Wolle soll wohl basisch wirken. PH8.8. Mein Boden ist mit PH7.3 bereits ziemlich basisch, aber so viel Masse hat die Wolle auch nicht, weswegen ich da auch nicht übermäßig besorgt bin. Könnte bei sauren Boden auch ein Vorteil sein. Weiterer Nachteil ist die Störung bei der Wurzelbildung empfindlicher Wurzelgemüse wie Karotten, Pastinake etc. Die Wurzeln verzetteln sich zu arg und bilden dann keine Pfahlwurzel aus. (klang logisch, weshalb ich den Versuch nicht gemacht habe) Im Frühjahr aufgebracht behindert die Wolle als Mulchmaterial die Bodenerwärmung, aber das ist kein echter Nachteil. Man muss nur wissen, dass man die Wolle nicht vor Mai zum Mulchen verwenden sollte. Das werde ich dieses Jahr beherzigen. Das Beste ist aber der tolle Duft und kein unerwünschtes Beikraut. LG. Brane